Abschied von der syrischen Mutter und ihrem Baby…

Auf die Ermordung der 20 jährigen und im 9 Monat schwangeren Emani Al Rahmun und ihrem 10 Monate alten Baby gestern in in Sakarya/Kaynarca wurde heute in Sakarya eine Bestattungszeremonie durchgeführt.
Das Bestattungsgebet der vor einem Jahr aus dem Krieg in Syrien geflohenen und in der Türkei eingewanderten Familie, die durch einen grausamen Angriff ermordet wurden, vollzog der Vorsitzende des Präsidiums für Religionsangelegenheiten Prof. Dr. Mehmet Görmez.
Vorsitzender Görmez betonte, dass er Zeuge eines solchen Grauens wurde, das ein ganzes Volk, das seine gesamte Geschichte hindurch Hoffnung für alle Unschuldigen war, beschämt hat, „Was ist nur mit uns geschehen, dass wir das Grauen derjenigen geworden sind, die ohnehin vom Grauen gezeichnet sind. Was ist mit uns geschehen, das wir ein Baby ermorden, das Zuflucht in unserer Güte gesucht hat.“
Vorsitzender Görmez begann seine Rede mit dem Hadith des Hd. Propheten ‚Unsere Herzen werden traurig und schwermütig, unsere Augen tränen, aber wir sprechen trotzdem nur Worte, die unseren Herrn milde stimmen‘ und führte fort;
„Wir wurden Zeuge eines solchen Grauens, das ein ganzes Volk, das seine gesamte Geschichte hindurch Hoffnung für alle Unschuldigen war, beschämt hat…“
Heute haben wir nicht nu rein Bestattungsgebet durchgeführt. Wir wurden gleichzeitig Zeuge eines Grauens, das die gesamte Menschheit ihres Menschseins beschämt. Wir haben heute nicht nur eine Mutter beigesetzt, die das Kind der Gemeinde Mohammeds in ihrem Leib trug. Wir haben nicht nur das Gebet eines 10 Monate alten Babies gesprochen, das nicht mal genug Milch in seiner Flasche besaß.  Wir wurden Zeuge eines solchen Grauens, das ein ganzes Volk, das seine gesamte Geschichte hindurch Hoffnung für alle Unschuldigen war, beschämt hat, in Trauer und Fassungslosigkeit versetzt hat.
Was ist nur mit uns geschehen, dass wir das Grauen derjenigen geworden sind…“
Ich bin heute als Vater und als Vorsitzender des Diyanet anwesend. Meine Worte sind die eines emotionalen, sensiblen Vaters. Was ist nur mit uns geschehen, dass wir das Grauen derjenigen geworden sind. Was ist mit uns geschehen, das wir ein Baby ermorden, das Zuflucht in unserer Güte gesucht hat. Darüber müssen wir alle nachdenken.
„Sind die Mutter und ihr 10 Monate altes Baby Flüchtlinge, oder sind wir Flüchtlinge unseres Gewissens…“
Ich richte mich von hier an die gesamte Menschheit. Sind die Mutter und ihr 10 Monate altes Baby Flüchtlinge, oder sind wir Flüchtlinge unseres Gewissens. Sind sie die Flüchtlinge oder ist unsere Güte ein Flüchtling. Wir alle haben Zuflucht unter einer Sichel gefunden. Dieses Land war seit jeher Zufluchtsort aller Unschuldigen. Reicht nun unser Platz nicht mehr aus für ein 10 Monate altes Baby.
„Wenn Güte uns nicht vereint, dann zerstört uns alles…“
Von dieser Beisetzung aus richte ich mit an alle unsere Mitbürger. Wenn wir über die Gäste und Flüchtlinge in diesem Land nachdenken, dann sollten wir dies nicht aus dem Blickwinkel irgendeines politischen Fensters tun.  Wir alle sollten durch das Fenster der Güte, des Gewissens sehen, das uns der Herr in unsere Herzen gesetzt hat. Wenn uns die Güte nicht vereint, dann wird uns alles zerstören.
Wir sind ein Volk, das sich durch seine gesamte Geschichte hindurch niemals vor dem Grausamen gescheut hat, aber stets Achtsam war gegenüber der Missgunst des Unschuldigen.  Unser Sakarya ist eine Stadt, die den unschuldigen ihren Schoss geöffnet hat.  Allah bewahre uns davor erneut solch ein Grauen, solch etwas Böses zu erleben. Er segne diese unsere Schwester, unsere Mutter, ihr Kind, ihr Baby und erteile ihnen einen Platz in seinem Paradies. Allah lasse sie zusammenkommen mit dem Abraham unseres Propheten Mohammed Mustafa. 
An der Bestattung nahmen teil der Vorsitzende der syrischen Gelehrten Union Scheich Usame Er Rifai, Ministerin für Familie und Sozial-Politik Fatma Betül Sayan Kaya, der Gouverneur Sakaryas Irfan Balkanlioglu, Vorsitzender der Untersuchungskommission des türkischen Parlaments für Menschenrechte Mustafa Yeneroğlu, verschiedene Zivilrechtliche Einrichtungen und eine hohe Anzahl vom Mitbürgern aus der Türkei.