Diyanet Vorsitzender Görmez traf in Igdir Meinungsbildner und Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaften…

 
Diyanet Vorsitzender Prof. Dr. Mehmet Görmez traf in Igdir, wo er sich zum Anlaß der Eröffnung der Igdir Zentralmoschee, deren Bau neulich vervollständigt wurde und für diverse Kontakte befunden hat, Meinungsbildner und Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaften von Igdir.
 
Vorsitzender Görmez hielt am Programm, daß im Polizeihaus stattgefunden hat, eine Rede, bei der sich über die Genugtuung, die er durch diesen Besuch empfände, äußerte: „Ich bin sehr glücklich an einem Freitagabend in Igdir mit euch zusammen sein zu dürfen. „‘Igdir‘ bedeutet ‚gut‘. Igdir ist die Heimat der Guten. Möge das Gute immer mit euch und mit eurer Heimat sein. Möge Allah unser Land das Land der Guten machen.“
 
Vorsitzender Görmez betonte, dass unter den Moslems keine Getrenntheit herrschen kann, daß interkonfessionelle Abweichungen humanistische Bildungsstätten sind um die göttliche Bildungsstätte zu verstehen und bemerkte ferner, daß Moscheen nicht durch konfessionelle Abweichungen getrennt werden sollten:
 
„Wir dürfen nicht zulassen, daß Aufruhr, Unruhe, Zwiespalt, Konsultation und Teilung über unsere Grenzen in unser Land eindringt…“
 
Ihr seid die Bewohner einer Grenzstadt. Ihr bewacht die Grenzen. Es ist nicht nur unsere Pflicht, zu verhindern daß über diese Grenzen falsche Angelegenheiten in unser Land eindringen, es ist ferner unser Pflicht zu verhindern, daß Aufruhr, Unruhe, Zwiespalt, Konsultation und Teilung in unser Land eindringt. Die Bildungsstätte des Ehli Sünnet (Gemeinschaft, die Hz. Muhammed als Beispiel nimmt) und des Ehli Beyt (Familie und Verwandtschaft von Hz. Muhammed) kann niemand voneinander trennen. Sowohl die Sunnah, als auch das Ehli Beyt gehört zu Mohammed Mustafa (s.a.v.). Niemand soll und darf unter diesen einen Unterschied machen. Wir müssen zusammen mit unseren muslimischen Geschwistern den Zwiespalt, die Trennung unter uns aufheben. Für uns ist die Sunnah des Resul und das Ehli Beyt des Propheten Mohammed Mustafa (s.a.v.) ein Segen.
 
„Egal, welcher Konfession wir angehören, egal, welche Lebensart wir uns aneignen, als Mitglieder des gleichen Volkes, als Bestandteile der gleichen Ummah müssen wir unsere Brüderlichkeit, unsere Einheit schützen…“
 
Drei Millionen syrische Geschwister haben Obhut in diesem Land gesucht. Und dieses Land hat so einen großen Edelmut gezeigt, dass jeder ihnen sein Herz und sein Haus geöffnet hat. Überall in der Türkei leben sie mit uns zusammen. Einige hundert Flüchtlinge wollten nach Europa flüchten, doch Europa hat ihre Grenzen sofort mit Maschendraht umzäunt. Unsere wichtigste Aufgabe hier ist,  zusammenzuhalten. Egal, welcher  Konfession wir angehören oder welche Lebensart wir uns aneignen, egal welche Sprache wir sprechen, welche Rasse, Farbe wir haben, es ist unsere Pflicht, als starke Individuen des selben Volkes, als Mitglieder der gleichen Ummah, als Gefolgen des Islam, als Gläubige des Koran-ı Hakim und als Ummah unseres Propheten Mohammad Mustafa (s.a.v.) unsere Einheit, unsere Solidarität und Brüderlichkeit zu schützen und instand zu halten. Wir haben mächtige Zivilisationen gegründet, die durch Teilung und Trennung untergegangen sind. Die Türkei muß in diesem Gebiet sehr stark sein. Dieses Land, dieses Volk, diese Geschichte und diese Zivilisation müssen standhaft sein, so dass die Menschheit auf dem richtigen Weg weitergehen kann.
 
„Alle Konfessionen sind eine Bildungsstätte für Menschen, um die göttliche Bildungsstätte besser verstehen zu können…“
 
Allah nennt uns alle „Moslems“. Der Islam ist eine große Bildungsstätte, die uns alle umfaßt. Wir alle sind Schüler dieser Bildungsstätte. Um das besser verstehen zu können, gibt es verschiedene Konfessionen und Lebensarten. Alle Konfessionen sind eine Bildungsstätte für die  Menschen, um die göttliche Bildungsstätte besser verstehen zu können. Einige davon nennen wir ‘Hanefi, Şafii, Caferi’. Wenn wir jetzt um den Islam zu verstehen, diese menschlichen Bildungsstätten, die am Beginn des islamischen Zeitalters aufgetreten sind, der eigentlichen göttlichen Bildungsstätte bevorzugen, wenn für uns die Angehörigkeit zu einer Konfession wichtiger wird, als die Angehörigkeit zum Islam und wenn wir deswegen noch dazu in Zwiespalt fallen und miteinander streiten, miteinander kämpfen, dann wartet auf uns das Ende der Zivilisationen, die deswegen untergegangen sind. Dann wartet auf uns das Unheil, von dem Bagdad, Damaskus, Tripoli heimgesucht wurde. Wir alle glauben an Allah. Unsere Herzen schlagen schneller, wenn wir den Namen Mohammad Mustafa (s.a.v.) hören. Wir alle haben eine Leidenschaft gegenüber Ehl-i Beyti Mustafa (die Familie und Verwandtschaft des Propheten). Werden wir nun uns gegenseitig für das Leid, unter dem wir seit 13. Jahrhunderten leiden, zur Rechenschaft ziehen? Wir können unsere Moscheen nicht nach Konfessionen trennen. Wir alle stellen uns zur selben Gebetsrichtung. Wir sagen alle beim Beten dieselben Takbir (Allahu Akbar). Wir alle lesen die Surah Al-Fatiha im Gebet. Die Al-Fatiha der Hanefis ist dieselbe wie der Caferi und der Safii. Im Gebet der Sii, der Caferi und der Hanefi gibt es dieselbe Beugung. Wir werfen uns gleich zur Secde (Kniefall). Wir lesen dieselben Gebete. Wir können keinen Unterschied machen.
 
„Dieses Land wird, wie es immer schon in der Vergangenheit gewesen ist, die Hoffnung der Bedürftigen und Unterdrückten sein…“
 
Wir alle sind Zeugen einer Welt die sich Tag für Tag verschlechtert. Am Anfang dieses Jahrhunderts haben unsere Vorfahren größeres Leid ertragen müssen. Die islamischen Länder wurden zertrümmert, die Kolonien kamen und besetzten sie und die Moslems erlitten großes Leid. In allen islamischen Ländern herrschte Leid. Alles wurde auf den Zusammenbruch des mächtigen Weltreiches geplant. Doch im Zentrum liegt die starke Türkische Republik. Daß es sie immer noch gibt, bedeutet für die tyrannischen Mächte, die die Welt regieren, daß dieses Weltreich immer noch nicht zusammengebrochen ist. Nicht nur am Anfang dieses Jahrhunderts erlitten wir Leid, wir leiden immer noch. In den islamischen Ländern gibt es vor allem in den letzten Jahren nur Blut und Tränen. Die Kinder der Ummah laufen dem Feuer zu. Wir alle sind Zeugen dieses Unheils. Jedoch sind wir gleichzeitig zeugen dafür, daß wir, unser Land und unser Volk, als Bestand dieses Weltreiches mit unserer Geschichte, unserer Kultur und Zivilisation immer noch die Hoffnung für die Unterdrückten und Bedürftigen sind. Dieses Land wird immer Hoffnung für die Unterdrückten und Bedürftigen sein, wie es immer schon in der Vergangenheit gewesen ist.
 
„Als Diyanet werden wir keine Gebetsstätte, kein Land und keinen Besitztum irgendeiner religiösen Minderheit, die innerhalb dieser Grenzen existiert,  annehmen…“
 
Seit zehn Tagen versuchen alle Pressen- und TV-Organisationen Europas die Türkei und das Amt für Religionsangelegenheiten zu diffamieren. Seit zehn Tagen wird in allen Zeitungen Europas und Amerikas die falsche Nachricht verbreitet, daß die Aramäischen Kirchen in der Türkei, das Deyrulumur-Kloster und dessen Grabstätte der Diyanet übertragen wurden. In der Wahrheit hat die türkische Regierung etwas gemacht, was bisher kein anderes Land gemacht hat. Sie hat sämtliche Güter der Stiftungen von religiösen Minderheiten, die in diesem Land existieren, zurückerstattet. Denn dieses Land ist ein großes Land. Vor 4-5 Jahrhunderten haben Mitglieder verschiedener Glaubensrichtungen in diesem Land frei gelebt. Denn der Islam befiehlt das. Eines möchte ich klar ausdrücken. Als Diyanet werden wir keine Gebetsstätte, kein Land und keinen Besitztum irgendeiner religiösen Minderheit, die innerhalb dieser Grenzen existiert, annehmen. Der Islam erlaubt es nicht, das Besitztum anderer zu berauben. Jeder wird in diesem Land frei nach seinem Glauben und seinen Werte leben können.
 
„Der 15. Juli war nicht nur ein Putschversuch, sondern die letzte Runde aller Spiele, die auf dieses Land gespielt werden…“
 
Nächste Woche ist der erste Jahrestag des verräterischen Putschversuches am 15. Juli. Das war nicht nur eine Putschversuch, sondern die letzte Runde aller Spiele, die auf dieses Land gespielt werden. Das war der Versuch, die letzte Festung, die Hoffnung aller Unterdrückten, Bedürftigen, Geschädigten ist, zu zertrümmern. Das war nicht nur ein Putschversuch, sondern ein Besetzungsversuch. In dieser Nacht waren nicht nur die Türkei, sondern alle Unterdrückten wach. Nicht nur in unserem Land, überall auf der Welt waren die Moscheen geöffnet, die  Moslems haben gebetet. In dieser Nach haben wir Anrufe aus islamischen Ländern erhalten. Sie sagten uns, daß sie ihre Moscheen geöffnet haben und Gebetsrufe ausrufen und für uns beten. Die Moslems in Mittelasien, in den Balkanländern, in Afrika haben in dieser Nacht für uns gebetet.
 
Am Programm nahmen der Direktor der Verwaltungsdienste des Amtes für Religionsangelegenheiten, Ismail Palakoglu, der Gouverneur von Igdir, Enver Ünlü, Mufti der Provinz Ankara Mehmet Sönmezoglu, Mufti der Provinz Igdir, Cüneyt Kulnaz sowie Meinungsbildner und Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaften in Igdir teil.
 
Vorsitzender Görmez startete sein Programm mit dem Besuch an den Gouverneur der Provinz Igdir, Enver Ünlü, der seinen Dienst neu angetreten hat.