FESTTAGSBOTSCHAFT ZUM RAMADAN

Die islamische Welt wird am 8. August 2013 das Ramadan-Fest feiern. Allah sei zu danken!
 
Am Ramadan-Fest, der das Bewusstsein der Muslime lebendig hält, werden Sorge und Kummer geteilt und Freude und Glück vermehrt. Bayram ist die Zeit, um die Herzen zu öffnen sowie um unser Brot und Kummer zu teilen. Während den Festtagen wird die innere Ruhe, die Freude, das unsere Herzen erfüllende Glück von Millionen Muslimen ganz gleich welcher Geographie, Sprache, Rasse, Hautfarbe und Kultur sie angehören, geteilt. Eigentlich birgt dieser Zustand für die islamische Gemeinde auf der ganzen Welt und für die Menschheit eine große Hoffnung in sich. Allerdings hängt diese Hoffnung ganz davon ab, ob man den Ansprüchen eines Muslims auch gerecht wird. Ein Muslim zu sein bedeutet in erster Linie den Ansprüchen als Mensch gerecht zu werden. Ein Muslim zu sein bedeutet, sich für die Ansprüche Allahs in die Menschen zu bemühen. Ein Muslim zu sein bedeutet, sich voll und ganz dem Islam zu überlassen und von Gefühlen wie Geiz, Groll, Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung zu trennen. Stets auf der Seite des Gerechten zu sein. Stets zu Recht, zur Wahrheit, Gerechtigkeit, Moral und Tugend aufzurufen. Die Wahrheit zu verbreiten, die Gerechtigkeit zu verherrlichen und Liebe, Frieden und Harmonie zu verbreiten. Ein Muslim zu sein bedeutet, an der Seite des Koran und des heiligen Propheten Platz zu nehmen. Eins mit Problemen der Welt zu werden. Den Frieden und die Harmonie auf Welt zu fördern und das Böse zu verhindern.
Das Ramadan-Fest, das die muslimische Gemeinschaft begehen wird, ist ein Segen, eine Güte und ein Geschenk Allahs, um die dunklen Wolken über der islamischen Geographie und der Menschheit sowie die Hoffnungslosigkeit zu beseitigen und voller Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Aus diesem Grund muss uns bewusst sein, dass dieser Bayram ein großer Segen Allahs ist. Jeder Segen ist mit einer Verantwortung verbunden. Die Festtage sind Tage des Glücks, der Freude, der guten Nachrichten und des Rechts. An diesen Tagen müssen diejenigen, die auf Händen getragen werden, ihre Ansprüche erfüllen. Denn jedes Kapital bringt auch eine bestimmte Verantwortung mit sich. Lassen Sie uns an diesem Bayram unsere Brüder an unserer Ruhe teilhaben. Lassen Sie uns Almosen von unserem Glück an die Waisen geben. Unsere Freude mit den Hungernden, Bedürftigen und Armen teilen. Unser Lächeln und unsere innere Ruhe wie Zucker anbieten. Unsere Toleranz und Gnade zum Fest als Geschenk uns gegenseitig reichen. Unsere Liebe und Hingabe als Brot des Herzens uns gegenseitig reichen. Unsere Brüderlichkeit und Freundschaft als Tür uns gegenseitig öffnen. Unsere Bescheidenheit und Großherzigkeit wie Wasser uns gegenseitig anbieten. Dieser Bayram muss viel barherziger sein als sonst. Denn wir haben für diesen Bayram gefastet. Während des Fastenmonats Ramadan haben sich unsere Herzen mit Gnade erfüllt. An diesem Bayram muss viel intensiver an die Toten und daran, dass wir sterben werden, gedacht werden. Denn wir haben für die heutigen Tage die „Ramadan-Schule“ absolviert. Wir haben gelernt für Allah zu leben. Für Allah zu existieren. An diesem Bayram müssen wir vor allem für unsere Brüder, die das Fest nicht begehen können, uns bemühen. Denn das Fasten hat zum Fest unsere Herzen erweicht. Lasst uns an unsere Brüder erinnern, die während wir zum Fastenbrechen und zum Sahour satt wurden, nichts zu essen hatten. Lasst uns Waisenkindern helfen, während wir unsere Kinder in den Arm nehmen. Lasst uns allen gegenüber bescheiden und anspruchslos sein. Allen Menschen gegenüber gnädig sein. Niemanden gegenüber auf wichtigtuerisch tun. Lasst uns an unsere eignen Fehler denken. Lasst uns diesen Bayram in der Hoffnung auf Vergebung begehen. Und die Taten an diesem Bayram niemals vergessen! Lasst uns die Festtagsfreude mit den Menschen, die darauf warten teilen! Lasst uns die Bayram-Freude und –Begeisterung in uns fühlen. Lasst uns die frohe Botschaft des Bayrams von Herz zu Herz, von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt und von Land zu Land tragen! Unsere Mutter und Väter und Lebensgefährten, für die wir unser Dasein fortsetzen und mit denen wir die Hürden des Lebens schultern, eine Freude bereiten! Unsere Kinder mit der Bayram-Freude vertraut werden lassen. Gegenüber unseren älteren Familienangehörigen, Verwandten, Nachbarn und Freunden mit Respekt entgegentreten! Verletzte Herzen wieder heilen! Mit dem Lächeln der Waisen, Armseligen, Alten, Inhaftierten und der Menschen, die keinen haben, unsere Festtage zum Erstrahlen bringen!
Lasst uns den Menschen, die in den Ecken der Krankenhäuser auf Genesung hoffen, eine Freude bereiten. Lasst uns den Menschen, die das Fest nicht feiern können, von diesem Erlebnis kosten. Den Streitigkeiten ein Ende setzen!
 
Dabei dürfen wir das niemals vergessen! Wir sind die Hoffnung der Menschheit. Das Ramadan-Fest müssen wir nicht für uns, sondern für die Menschheit begehen. Unser Bayram soll weitere ermöglichen. Unsere Freude soll neue Freuden ermöglichen. Unsere Ruhe eine Lösung für Unruhen darstellen; unser Glück das Leid in allen Ecken der Welt mildern. Ich wünsche euch ein schönes Bayram!
 
Mit diesen Gefühlen und Gedanken gratuliere ich aus tiefstem Inneren unserem Land, unserer Geographie des Herzens, unseren Bürgern im Ausland und der islamischen Welt zum Ramadan-Fest. Ich bete zu Allah und bitte ihn damit der Bayram eine nachhaltige Atmosphäre der Sicherheit und des Friedens gewährleistet. Damit die Atmosphäre der Brüderlichkeit, Solidarität, des Friedens, der Ruhe und Sicherheit in der islamischen Welt, die in den letzten Jahren immer fehlte, wieder errichtet werden kann. Und damit die islamischen Länder erneut die Geographie der Wissenschaft und Zivilisation sowie des Friedens und des Wohls wird.
 
Prof. Dr. Mehmet Görmez
Vorsitzender des Amtes für Religionsangelegenheiten