Stellvertretender Diyanet Vorsitzender Keles war Gast der TRT-Nachrichtenagentur in Mekka

Stellvertretener Diyanet Vorsitzender Dr. Ekrem Keles war Gast der TRT-Nachrichtenagentur in Mekka.
 
Stellvertretender Diyanet Vorsitzender Keles, der im Sonderprogramm, das live von Mekka übertragen wurde, die Fragen der Zuseher beantwortete, machte Erläuterungen über das Opferfest  und über die Weisheit des Hadsch.
 
Stellvertretender Vorsitzender Keles wünschte dem islamischen Reich Segen zum Anlaß des bevorstehenden Opferfestes und betonte, daß Hadsch eine Wandlung im Leben des Moslems ist. Er betonte, daß die Pilgerfahrt als eine Ausbildungszeit betrachtet werden sollte, durch die sich der Mensch gute und schöne Tugenden aneignet.
 
Stellvertretender Diyanet Vorsitzender Keles wies darauf hin, daß die Sehnsucht derjenigen, die es begehren, die Kaaba zu besuchen, doch nicht die Möglichkeit dazu haben, sehr wertvoll ist: „Diese Sehnsucht ist sehr sehr wertvoll. Die Sehnsucht, die man für die heiligen Stätten empfindet hat eine außerordentliche Bedeutung. Ich glaube von Herzen daran, daß diejenigen, die die es begehren, die Kaaba zu besuchen, doch nicht die Möglichkeit dazu haben, den gleichen Gotteslohn verdienen, als wären sie hierhergekommen.“
 
Stellvertretender Vorsitzender Keles betonte, daß er seine Erfahrungen im Thema Hadsch-Organisationen beim Amt für Religionsangelegenheiten jedes Jahr erweitert hat:
 
Das Mekka-Krankenhaus des Amtes für Religionsangelegenheiten erhielt Auszeichnung…
 
Das Amt für Religionsangelegenheiten führt seit rund  40 Jahren Hadsch-Organisationen durch und ist besterbet, den Pilgerkandidaten eine bekömmliche Pilgerfahrt erleben zu lassen. In Mekka haben wir eine Lebensmittelfabrik gegründet, in der täglich warmes Essen für rund hundert tausend Personen hergerichtet wird. Außerdem haben wir eine Brotfabrik gegründet, in der wir Brot für unsere Pilger herstellen. Auch die Gesundheitsdienste des Amtes für Religionsangelegenheiten wurden dieses Jahr ausgezeichnet. Das Mekka-Krankenhaus steht mit allen Stationen den Pilgern zu Diensten. Unser Krankenhaus erhielt dieses Jahr eine Auszeichnung. Das sind erfreuliche Nachrichten für unser Land.
 
„Das Amt für Religionsangelegenheiten erzielt keinen Profit von Hadsch- und Umra-Organisationen…“
 
Das Amt für Religionsangelegenheiten erzielt keinen Profit von Hadsch- und Umra-Organisationen. Natürlich müssen notwendige Maßnahmen getroffen werden. Wir bieten diesen Service mit der Gebühr, die wir von den Pilgern erhalten. Von Hadsch-Organisationen erzielen wir keinen Profit. Wir sind bestrebt, das Geld, das wir von den Pilgern einsammeln, wieder für sie auszugeben. Wir meiden unnötige Ausgaben. Dieses Jahr übernachten unsere Pilger im Zimmer-System in maximal zwei-, drei oder vier Personen-Zimmern. Wenn in Zimmern für sechs Personen nur drei Personen übernachten, verdoppeln sich die Kosten. Es gibt natürlich Menschen, die behaupten, die Pilgerfahrt wäre zu teuer. Jedoch hängt das vollkommen damit zusammen, daß wir bestrebt sind, im Land, in das die Pilger reisen werden, die besten Konditionen für unsere Pilger bereitzustellen. Hotels, Verpflegung, Fahrzeuge für den Transport der Pilger nach ihrer Ankunft werden so geplant, daß sie eine komfortable und angenehme Pilgerreise verbringen werden. Manchmal bleibt etwas Geld übrig. Das wird, wie in der Diyanet-Verordnung angegeben ist, im In- und Ausland an Korankurse und religiöse Institutionen und Hilfsorganisationen gespendet.
 
„Wir werden weiterhin das koeffiziente Auslosungssystem ausüben…“
 
Die Beschlüsse über die Pilgerfahrten trifft das Amt für Religionsangelegenheiten durch den interministeriellen Hadsch-Ausschuß. Alle Angelegenheiten über Hadsch werden hier besprochen. Den Beschluß über das  Auslosungssystem hat auch dieser Ausschuß getroffen. Einfach gerechnet  ist die jährliche Pilgeranzahl für die Türkei mit 80 Tausend Personen begrenzt. Rund zwei Millionen Menschen haben sich aus der Türkei für die Pilgerfahrt beworben. Das macht im Durchschnitt ca. 25 Jahre aus. Also wenn wir die Menschen, die die Pilgerfahrt antreten möchten, in die Reihe setzten, wird jemand, der sich heute bewirbt, ca.25 Jahre später die Pilgerfahrt antreten.  Jemand, der sich im 60. Lebensjahr bewirbt, wird die Pilgerfahrt mit 85 Jahren antreten können. Das verdirbt erstens die Begeisterung der Menschen an der Pilgerfahrt und zweitens wird das Durchschnittsalter der Pilger immer höher. Andererseits, mit der Verbesserung der konjunkturellen Lage unseres Landes, bewerben sich immer mehr Menschen für die Pilgerfahrt. Deshalb hat sich das Amt für Religionsangelegenheiten für das koeffiziente Auslosungssystem entschlossen.
 
„ Das Schlachten der Opfertiere durch nicht autorisierte und nicht erfahre Personen, führt durch die Qual, die dem Tier dadurch hinzugefügt wird, mehr zu Sünden als zu Gotteslohn…“
 
Ein Moslem, der sein Opfer darbringen will, kann sein Opfertier erstens selber schlachten oder kann jemand anderen dafür bevollmächtigen. Das Opfertier kann in seinem Namen im In- und Ausland von autorisierten Personen geschlachtet werden. Wenn er sein Opfertier selber schlachten möchte, gibt es zwei Möglichkeiten.  Es gibt Schlachtplätze in unseren Städten. Jemand, der ein Opfertier gekauft hat, kann es an diesen Schlachtplätzen durch Vollmacht schlachten lassen. Doch Menschen, die keine Erfahrung und keine Ausbildung im Tierschlachten haben, sollten sich nicht dazu anmaßen. Denn die Qual, die dem Tier dadurch hinzugefügt wird, führt mehr zu Sünden als zu Gotteslohn. Sie sollten eine autorisierte Person bevollmächtigen.
 
„Für das Wohl unseres Volkes ist es angebrachter, dieses Jahr männliche Rinder zu schlachten…“
 
Die Lage der Gesellschaft sollte im Fatwa beachtet werden. In der Vergangenheit stand in den Büchern der islamische Jura die Fatwa, daß eher weibliche Rinder geschlachtet werden sollen. Der Grund war, daß männliche Rinder für den Ackerbau eingesetzt wurden. Heute jedoch sollten männliche Rinder als Schlachttiere bevorzugt werden. Denn die Bevölkerung der weiblichen Rinder ist in unserem Land gefährdet. Ich rate unseren Staatsbürgern, männliche Rinder als Schlachttiere zu bevorzugen. Natürlich ist beides erlaubt, doch für das Wohl unseres Volkes ist es angebrachter, dieses Jahr männliche Rinder zu schlachten.
 
„Wenn Bomben, die auf Kinder, Frauen und bedürftige Menschen geworfen werden, nicht in unseren Herzen platzen, besitzen wir kein richtiges, islamisches Bewußtsein…“
 
Die bedauernswerte Lage der islamischen Ummah ist uns allen bekannt. In Syrien wurden mehr als fünf hundert tausend Menschen ermordet. Die meisten davon waren Kinder und Frauen. Genauso in Afrika, Irak und in Myanmar. In so einem Zustand brauchen die Moslems Einheit und Solidarität. Hadsch ist das Symbol für Einheit und Solidarität. Millionen Moslems treffen sich hier. Jeder Moslem ist für die Kinderleichen an der Küste des Mittelmeers verantwortlich. Wenn Bomben, die auf Kinder, Frauen und bedürftige Menschen geworfen werden, nicht in unseren Herzen platzen, besitzen wir kein richtiges, islamisches Bewußtsein. Wenn wir einerseits unsere Opfer darbringen und andererseits das Leid der Moslems, die ermordet, nicht unseren Herzen spüren spricht folgendes Hadith unseres Propheten (s.a.v.) für uns: „Derjenige, der sich nicht um das Leid der Moslems kümmert, ist keiner von ihnen.“ Möge Allah behüten. Wir sollten wenigsten für die Unterdrückten beten können. Dank Allah ist unser Land ein Asyl der Flüchtlinge geworden. Möge Allah uns erlauben, jederzeit Gastgeber der Unterdrückten zu sein.